Schon wieder soll die Kosmetik bei der Öffnung benachteiligt werden

Kosmetikinstitute gut gerüstet gegen Corona
Strenge Hygienemaßnahmen verhindern Ansteckungsgefahr

Wie bereits im Frühjahr 2020 möchten wir einen Beitrag zur weiteren sachlich angemessenen Entscheidungsfindung leisten. Damals hatten wir einen strengen, auf einer Risikobetrachtung basierenden Leitfaden für die Instituts-Öffnung unter COVID-19 erstellt und auch konsequent umgesetzt. Diese Umsetzung war erfolgreich; es gab keinerlei Übertragung der Infektion durch unsere Arbeit.

Im Kosmetikinstitut wird das Thema Hygiene traditionell großgeschrieben, auch schon lange vor der Bedrohung durch das Corona-Virus. In Aus- und Fortbildungen geht es immer auch um Hygienemaßnahmen, und zwar sowohl im Großen, also bei Oberflächen in den Empfangs- und Behandlungsräumen, als auch im Kleinen, z.B. bei Instrumenten und Apparaten, und bei der Behandlung selbst, beim unmittelbaren Hautkontakt. Dies sind grundlegende Elemente der professionellen kosmetischen Behandlung, so dass Kunden gerade hier besonders geschützt sind.

Trotzdem wurden unsere Betriebe 6 Wochen früher geschlossen als die Friseure, und sie scheinen auch jetzt bei der aktuellen Diskussion zu eventuellen Öffnungen erneut benachteiligt zu werden. Wieso? Diese Ungleichbehandlung ist nicht nachvollziehbar und wird von den Entscheidungsträgern auch in keiner Weise begründet.

Weder Frisöre noch Kosmetiker sind an den Ausbrüchen von COVID-19 Erkrankungen beteiligt.
Dies wird durch die Zahlen des RKI im Epidemiologischen Bulletin eindrucksvoll dokumentiert.

Die Arbeitsweise von Kosmetikerinnen ist eine Individual-Behandlung. Es wird grundsätzlich eine Kundin bzw. ein Kunde in einem Raum behandelt. Die Arbeitsweise von Frisören ist eher ein Gruppen-Event. Mehrere Frisöre arbeiten an mehreren Kunden gleichzeitig in einem Raum. Dennoch wurden Ausbruchsgeschehen weder in Frisörsalons noch in Kosmetikinstituten bekannt. Der Grund hierfür ist, dass beide Berufsgruppen sorgsam auf den Schutz vor Infektionen achten. In der Kosmetik wird ja traditionell ohnehin mit Kundenkarteien und fester Terminvergabe gearbeitet. Eine Kontaktnachverfolgung ist daher jederzeit leicht möglich.

Daher sind auch die jetzt in manchen Bundesländern geplanten erheblichen Einschränkungen bei der  Öffnung von Kosmetikbetrieben weder sachlich nachvollziehbar noch verhältnismäßig, insbesondere angesichts der aktuellen Studie der TU Berlin zum Infektionsrisiko unterschiedlicher Settings: https://depositonce.tu-berlin.de/bitstream/11303/12578/5/kriegel_hartmann_2021.pdf

Wir verweisen an dieser Stelle erneut auf unsere Schreiben vom 30.4.2020 und vom 30.10.2020: (https://degeuk.org/weshalb-duerfen-frisoere-arbeiten-und-kosmetikerinnen-nicht, https://degeuk.org/frisoergeschaefte-bleiben-offen-waehrend-kosmetikinstitute-schliessen/).

Zudem möchten wir an dieser Stelle den Behandlungsalltag und die zusätzlichen Schutzmaßnahmen anhand von Videos und Bildern vorstellen. Offenbar sind viele, darunter auch politische Entscheider, nicht mit den Vorgängen und Vorkehrungen in Kosmetikinstituten vertraut. Wir hoffen, dass unsere Aufklärungsarbeit zu einer objektiveren Betrachtung des Kosmetiker-Gewerbes beiträgt. Denn gerade jetzt ist die Pflege des größten Organs des Menschen, der Haut, zum Erhalt von Gesundheit und Wohlbefinden, auch zur Entlastung der Ärzte, von größter Bedeutung.