Zertifizierung der Schulungsträger nach der DEGEUK NiSV-Leitlinie

Der Fachkundenachweis für nichtionisierende Strahlungsgeräte und Ultraschall wird für die gewerblichen Anwender ab 1.1.2023 Pflicht.

Die rechtliche Grundlage hierfür stellt die Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV).

Mit einer Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für EU-Konformität e.V. (DEGEUK) stellen Schulungsträger/Lerndienstleister sicher, dass die Lernenden die NiSV Fachkunde gemäß §4 und Anlage 3 NiSV erfüllen.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Wege die NiSV-Fachkunde zu erwerben, diese sind:

Kategorie 1: über eine ISO 17024 Personenzertifizierung einer akkreditierten Personenzertifizierungsstelle

Kategorie 2: über eine andere Schulung, Aus-, Weiter- oder Fortbildung nach § 4 in Verbindung mit Anlage 3 NiSV 

Kategorie 3: über einen anerkannten ausländischen Schulungsträger

Abschlüsse der Kategorie 1 im akkreditierten Verfahren sind ursprünglich in der Verordnung nicht vorgesehen und werden von dieser auch nicht vorgeschrieben. Diese Möglichkeit wurde nachträglich geschaffen, um den Vollzug der NiSV zu erleichtern. In dieser Kategorie werden die Anwender von Geräten, die unter die Regelung der NiSV fallen, nach der ISO 17024 zertifiziert. Von Abschlüssen der Kategorie 1 geht eine Konformitätsvermutung aus.

Abschlüsse der Kategorie 2 müssen die Bedingungen gemäß §4 und der Anlage 3 NiSV erfüllen.

Die Fachkunde umfasst theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrungen. Sie umfasst insbesondere Kenntnisse 

 1. der physikalischen Eigenschaften der von der Anlage ausgehenden nichtionisierenden Strahlung

2. der biologischen Wirkungen und der Risiken dieser Strahlung,

3.des Ausmaßes der Exposition,

4. des technischen Aufbaus der verwendeten Anlage und der einzuhaltenden Anwendungsregeln und

5. in Anatomie und Physiologie des Menschen sowie der Kriterien, die eine Behandlung ausschließen.

 (3) Die Fachkunde kann durch die erfolgreiche Teilnahme an einer geeigneten Schulung oder durch eine geeignete Aus- oder Weiterbildung erworben werden. Sie ist auf dem aktuellen Stand zu halten. Hierzu ist mindestens alle fünf Jahre eine Teilnahme an Fortbildungen erforderlich.

Der Vollzug der Länder muss die Abschlüsse anerkennen, wenn diese §4 Satz 1-3 in Verbindung mit Anlage 3 NiSV erfüllen. Die Zertifizierung der Schulungsträger/Lerndienstleister nach der NiSV-Leitlinie der DEGEUK stellt sicher, dass Anwender, die erfolgreich die Schulung oder Fortbildung abgeschlossen haben, über eine Bescheinigung verfügen, die eine Konformität zu §4 und Anlage 3 NiSV bestätigt. 

Ablauf der Zertifizierung nach der NiSV – Leitlinie der DEGEUK

In der Kategorie 2 werden Schulungsträger/Lerndienstleister zertifiziert, die in einem Audit nachweisen, dass sie inhaltlich, personell und strukturell die NiSV-Fachkunde-Leitlinie der DEGEUK erfüllen.

 

 Anwender, die nicht die formalen Voraussetzungen erfüllen werden als zukünftige Anwender eingestuft. Diese Anwender erwerben ihren NiSV-Fachkundenachweis durch den erfolgreichen Abschluss von Schulungen, gemäß Anlage 3 Teil A „Erwerb der Fachkunde” in Verbindung mit Teil B – Teil F NiSV.    

Das Qualitätsmanagementsystem wird von der DEGEUK und unabhängigen Auditoren ständig überwacht.

Die DEGEUK ist ein gemeinnütziger Verein, der die Interessen der Anwender gewerblicher kosmetischer Dienstleister vertritt und seine Legitimation gemäß DIN EN 17226:2019  herleitet:

Zitat aus dem nationalen Vorwort der Europäischen Norm:  „Da weder  eine nationale Bildungsbehörde noch eine akkreditierte Stelle die Qualifikation der Ausbildungsabschlüsse  bewertet, wird dies von einer Organisation durchgeführt, die in dem Bereich die Interessen der  Kosmetikbranche vertritt.“ 

Dies geschieht in Übereinstimmung mit der Satzung der DEGEUK 

Ҥ 2 Zweck und Gliederung des Vereins

Zur Durchsetzung der o.g. Ziele und Zwecke befasst sich der Verein insbesondere mit Folgendem:

i. Zertifizierung von Betrieben und Geräten, insbesondere auf dem Gebiete Kosmetik/Wellness;

ii. Mitarbeit bei der internationalen Normung von Dienstleistungen und Geräten;

iii. Sicherstellung der Verkehrsfähigkeit von Instrumenten, Geräten und Anlagen;

iv. Anerkennung von Schulungs- und Ausbildungsbetrieben;”